
Ich liebe meine Tomaten im Gewächshaus und freue mich jedes Jahr aufs Neue auf den Sommer und die Ernte. Es gibt kaum etwas Schöneres, als an warmen Tagen durch das Gewächshaus zu gehen, den Duft der Tomatenpflanzen einzuatmen und die ersten reifen Früchte zu pflücken. Und bevor aus meinen Tomaten später knusprige Focaccia, frische Salate oder Pasta werden, haben sie bereits einen langen Weg hinter sich.


Die Grundlage für kräftige und gesunde Tomatenpflanzen beginnt bereits im Spätwinter. Der perfekte Zeitpunkt für die Anzucht liegt zwischen Februar und März. Zu dieser Zeit haben die Pflanzen genug Zeit, sich zu entwickeln, bevor sie später ins Gewächshaus oder ins Freiland umziehen dürfen. Für die Anzucht braucht man gar nicht viel: - Anzuchterde - Anzuchttöpfe - Tomatensamen Ich verwende bewusst spezielle Anzuchterde, da sie besonders locker und nährstoffarm ist. Dadurch werden die jungen Pflanzen angeregt, kräftige Wurzeln zu bilden, anstatt zu schnell in die Höhe zu wachsen.



Meine Anzuchttöpfchen stehen im Keller. Dort ist es zwar nicht besonders warm oder hell, aber genau deshalb arbeite ich zusätzlich mit einer Pflanzenlampe. Nach etwa zwei bis drei Wochen zeigen sich die ersten kleinen Pflänzchen. Dieser Moment fühlt sich jedes Jahr wieder ein bisschen magisch an. Aus einem winzigen Samen wächst langsam neues Leben.


Sobald die Keimlinge mehrere kleine Blätter entwickelt haben, kommt ein wichtiger Schritt: das Pikieren. Dabei werden die jungen Pflanzen vorsichtig voneinander getrennt und einzeln gesetzt. Das klingt zunächst etwas heikel, ist aber gar nicht schwer. Mit einem kleinen Stäbchen lassen sich die Pflänzchen vorsichtig anheben, ohne die Wurzeln zu beschädigen. Kurz darauf dürfen die Tomaten in größere Töpfe umziehen. Da die Wurzeln jetzt schon kräftiger sind, können die Pflanzen beim Umtopfen ruhig etwas tiefer eingesetzt werden.


Ins Gewächshaus dürfen die Tomatenpflanzen erst nach den Eisheiligen, also etwa Mitte Mai. Vorher ist das Risiko für Nachtfrost einfach zu groß. Ich weiß, wie verlockend es ist, die Pflanzen früher nach draußen zu setzen, aber ein wenig Geduld lohnt sich hier wirklich. Beim Einpflanzen achte ich darauf, dass die Tomaten genügend Platz haben. Mindestens 30 Zentimeter Abstand zwischen den Pflanzen haben sich bewährt. Jede Pflanze bekommt außerdem direkt eine Rankhilfe. Tomaten wachsen schnell in die Höhe und brauchen Halt, damit sie nicht umknicken.
Zusätzlich pflanze ich kleine Töpfe mit ein. Dadurch kann ich das Wasser beim Gießen gezielt an die Wurzeln geben, ohne die Blätter unnötig zu benetzen. Tomaten sind durstige Pflanzen, deshalb ist es wichtig, regelmäßig zu gießen, aber Staunässe zu vermeiden. Ein weiterer wichtiger Pflegeschritt ist das sogenannte Ausgeizen. Dabei werden die kleinen Seitentriebe entfernt, die in den Blattachseln wachsen. So konzentriert die Pflanze ihre Kraft auf den Haupttrieb und kann kräftige Früchte entwickeln. Außerdem sorgt das Ausgeizen dafür, dass die Pflanze luftiger wächst und weniger anfällig für Krankheiten ist.



Im Juli ist es dann endlich soweit: Die ersten Tomaten beginnen zu reifen. Für mich ist das jedes Jahr ein kleines Highlight. Der Geschmack von selbst angebauten Tomaten ist einfach unvergleichlich. Süßer, aromatischer und intensiver als jede gekaufte Frucht. Der Weg von der Aussaat bis zur Ernte ist zwar lang, aber genau das macht ihn so besonders. Man begleitet die Pflanzen über Monate hinweg, beobachtet ihr Wachstum und wird am Ende mit einer reichen Ernte belohnt. Und spätestens dann weiß ich wieder, warum ich mich jedes Jahr aufs Neue auf die Tomatensaison freue.